241.02

Richtlinien über Nachteilsausgleich für Schülerinnen und Schüler mit körperlichen Behinderungen und mit Sinnesbehinderungen bei Leistungsanforderungen und Leistungskontrollen

Vom 20. September 1998

Nachteilsausgleich:

Schülerinnen und Schüler mit körperlichen Behinderungen und mit Sinnesbehinderungen darf bei Leistungsanforderungen und Leistungskontrollen kein Nachteil aufgrund ihrer Behinderung entstehen. Die Schule muss bei den mündlichen, schriftlichen, praktischen und sonstigen Leistungsanforderungen und -kontrollen für diese Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Behinderung angemessen Rechnung tragen, indem erforderlichenfalls ein Nachteilsausgleich geschaffen wird. Dabei dürfen die fachlichen Anforderungen nicht geringer bemessen werden als bei den übrigen Schülerinnen und Schülern.

Der Nachteilsausgleich dient der speziellen Kompensation der durch die Behinderung entstehenden Nachteile und stellt keine Bevorzugung der behinderten Schülerinnen und Schüler gegenüber deren Mitschülerinnen und Mitschüler dar.

Formen:

Formen des Nachteilsausgleichs können je nach Behinderung z.B. sein:

-   Bereitstellen oder Zulassen spezieller Arbeits- oder Hilfsmittel, insbesondere Kommunikationshilfen, Computer,

-   spezifisch gestaltete Arbeitsmaterialien und Aufgabenstellungen,

-   spezielle Arbeitsplatzorganisation,

-   Zugabe von Arbeitszeit,

-   verkürzte Aufgabenstellungen,

-   Ersetzen einer mündlichen durch eine schriftliche Arbeitsform oder umgekehrt,

-   ggf. befristetes Aussetzen der Benotung in bestimmten Lernbereichen,

-   individuell gestaltete Pausenregelung,

-   größere Exaktheitstoleranz (z.B. Schriftbild, zeichnerische Aufgaben),

-   individuelle Sportangebote.

Verfahren:

Behinderte Schülerinnen und Schüler haben einen Anspruch auf einen Nachteilsausgleich im o.g. Sinne. Der Anspruch ist nicht antragsgebunden. Die Schule ist verpflichtet, einer nachgewiesenen Behinderung angemessen Rechnung zu tragen.

Über Art und Umfang eines zu gewährenden Nachteilsausgleichs entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter in Absprache mit den unterrichtenden Lehrkräften und ggf. dem für die jeweilige Behinderungsart zuständigen Förderzentrum oder der Sonderschule. In Zweifelsfällen entscheidet die Fachaufsicht. Die Entscheidung ist in der Schülerakte zu vermerken, sie darf jedoch nicht in den Arbeiten und Zeugnissen erscheinen.


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