321.06

Richtlinien zum Übergang von der Grundschule zu den weiterführenden Bildungsgängen

Vom 5. Juni 2011

1. Vorbemerkungen

Zum Ende des ersten Halbjahres der 4. Jahrgangsstufe sind Überlegungen über den geeigneten weiterführenden Bildungsgang für jede Schülerin und jeden Schüler erforderlich.

Erziehungsberechtigte werden in verbindlichen Beratungsgesprächen umfassend durch die Grundschulen informiert und erhalten Unterstützung bei der Entscheidung für einen geeigneten weiterführenden Bildungsgang für ihr Kind.

2. Informationsveranstaltungen

Im November/Dezember des jeweils laufenden Schuljahres sind die Erziehungsberechtigten der 4. Jahrgangsstufe in Veranstaltungen über

-   das Verfahren zum Übergang in den weiterführenden Bildungsgang,

-   den Bildungsauftrag, die Leistungsanforderungen und Arbeitsweisen der weiterführenden Schulen sowie

-   die Möglichkeiten eines späteren Bildungsgangswechsels

zu informieren. Dabei ist im Grundsatz auch darüber zu informieren, welche Abschlüsse und Berechtigungen an den verschiedenen Schulformen erworben werden können.

Die Informationsveranstaltungen werden von der Schulleiterin oder dem Schulleiter der Grundschule durchgeführt; Vertreterinnen oder Vertreter aus den Oberschulen und Gymnasien stellen Bildungsauftrag, Arbeitsweisen und Leistungsanforderungen der jeweiligen Schulart vor. Diese Veranstaltungen sollen regional abgestimmt werden.

3. Halbjahresbeurteilungen zum Übergang zu weiterführenden Bildungsgängen

3.1   Das Zeugnis oder der Lernentwicklungsbericht des ersten Schulhalbjahres des vierten Jahrgangs weist aus, ob die Leistung der Schülerin oder des Schülers in den Fächern Deutsch und Mathematik über dem Regelstandard liegt. Dies ist dann der Fall, wenn die Leistung der Schülerin oder des Schülers in allen Kompetenzbereichen des jeweiligen Faches über dem Regelstandard liegt.

3.2   Die Entscheidung trifft die Zeugniskonferenz nach Maßgabe der in den Anlagen befindlichen Bögen für die Kompetenzbeschreibung der Fächer Deutsch (Anlage 1) und Mathematik (Anlage2). Hierbei bezieht sie die Lernergebnisse und die Lernentwicklung, die Entwicklung der Schülerpersönlichkeit sowie die den Lernerfolg beeinflussenden äußeren Gegebenheiten mit ein.

3.3   Die oben genannten Grundlagen werden von der Schule durch umfassende Aufzeichnungen zur Lernentwicklung, sowie durch Aufzeichnungen über Fähigkeiten, Leistungen und Neigungen in den einzelnen Fächern und Lernbereichen dokumentiert.

3.4   Die Dokumentation zur Lernentwicklung wird den Erziehungsberechtigten auf Elternsprechtagen vorgelegt und erläutert, auf Anfrage auch im laufenden Schuljahr.

3.5   Die Entscheidung der Zeugniskonferenz nach Ziffer 3.2. wird den Erziehungsberechtigten in einem Beratungsgespräch erläutert. Während dieses Termins erhalten die Erziehungsberechtigten den Anmeldebogen (mit den schülerbezogenen Daten) für die 5. Jahrgangsstufe. Im Mittelpunkt dieses Beratungsgesprächs sollen stehen):

-  Informationen über Leistungsstand und Lernentwicklung sowie Arbeits- und Sozialverhalten der Schülerin oder des Schülers im Zusammenhang mit den Anforderungen der weiterführenden Schulen und

-  Informationen über unterschiedliche  Wege zu dem von den Erziehungs-berechtigten gewünschten Schulabschluss.

Die Schülerinnen und Schüler sind in geeigneter Form in die Beratungen einzubeziehen.

3.6.   Die Grundschule entscheidet, ob die Zeugnisse während des Beratungstermins ausgegeben werden oder der offizielle Termin der Zeugnisausgabe gewählt werden soll.

3.7   Die Bögen für die Kompetenzbeschreibung der Fächer Deutsch (Anlage 1) und Mathematik (Anlage2), auf denen die Kompetenzbereiche mit ihren Unterpunkten und der Gesamtzusammenfassung geschrieben sind, werden in die Schülerakte gelegt.

3.8   Die Entscheidung der Zeugniskonferenz und der Elternwunsch ist in der Schulakte im „Laufzettel für den Übergang von der Grundschule in die 5. Jahrgangsstufe“ zu notieren. Die Klassenlehrkraft lässt einen Protokollbogen (Anlage 3) über die Teilnahme der Beratung von den Erziehungsberechtigten unterzeichnen. Das Beratungsgespräch ist verbindlich. Haben die Erziehungsberechtigten nicht an der verbindlichen Beratung teilgenommen, so weist die Grundschule die Schülerin oder den Schüler einer Schulart zu. Bei späteren Beschwerden muss der Protokollbogen als Beweismittel herangezogen werden.

4. Inkrafttreten

...

Anlage 1 

Kompetenzbereich: Schreiben - Texte verfassen - Rechtschreiben 

Leistungen liegen über dem Regelstandard: Die Leistungen liegen über dem Regelstandard, wenn die Schülerin oder der Schüler die Anforderungen des Kompetenzbereiches übertrifft.

Ja                                             Nein

 

Der Kompetenzbereich wird insbesondere* durch folgende Fähigkeiten und Fertigkeiten beschrieben:

 

-         Schreibangebote nach eigenem Interesse auswählen

 

-         gemeinsam Schreibprojekte planen, durchführen und auswerten sowie Schreibprodukte veröffentlichen

 

-         erlebte und erfundene Geschichten strukturiert erzählen

 

-         adressatengerecht informieren

 

-         an Personen schreiben und Regeln für Form und Inhalt beachten

 

-         Schreiben als Lern- und Arbeitshilfe nutzen

 

-         Arbeits- und Lernprozesse dokumentieren

 

-         Schreibideen von Textmodellen übernehmen und kreativ verändern

 

-         Texte planen sowie Textentwürfe beraten und überarbeiten

 

-         Überarbeitungshilfen kennen

 

-         Texte lesbar schreiben, gestalten und präsentieren

 

-         Texte kriterienorientiert einschätzen

 

-         Übungswortschatz richtig schreiben

 

-         sich selbst kontrollieren und korrigieren

 

-         Modellwortschatz als Rechtschreibhilfe nutzen

 

-         grammatische Kenntnisse als Rechtschreibhilfe nutzen

 

-         individuelle Fehlerschwerpunkte kennen

 

-         eigene Lernfortschritte erkennen

 

-         Schreibweise von Wörtern ableiten und erklären

 

-         Wörter einprägen

 

-         planvoll und sicher abschreiben

 

-         Rechtschreibhilfen individuell auswählen und nutzen

 

Kompetenzbereich: Sprache und Sprachgebrauch untersuchen     

Leistungen liegen über dem Regelstandard: Die Leistungen liegen über dem Regelstandard, wenn die Schülerin oder der Schüler die Anforderungen des Kompetenzbereiches übertrifft.

Ja                     Nein

 

Der Kompetenzbereich wird insbesondere* durch folgende Fähigkeiten und Fertigkeiten beschrieben:

 

-         Fachbegriffe verstehen und nutzen

 

-         verschiedene Verständigungsmöglichkeiten kennen

 

-         Zusammenhang von Sprachmitteln und Sprachwirkung untersuchen

 

-         Standardsprache und Regionalsprache unterscheiden

 

-         Fremdwörter erkennen und sich erschließen

 

-         Möglichkeiten der Wortbildung nutzen

 

-         Satzkern ermitteln

 

-         Wortarten und Zeitformen unterscheiden

 

-         zwischen Zeitformen und Zeit unterscheiden

 

-         Funktion und Leistung von Sätzen verstehen

 

-    Satzzeichen setzen

 

 

Die Leistungen im Fach Deutsch liegen über dem Regelstandard, wenn dies für alle vier Kompetenzbereiche ausgewiesen ist.

Dabei können die Leistungen teilweise auch in anderen Fächern, in Projekten und fächerverbindenden Unterrichtsvorhaben erbracht worden sein.

Die Zeugniskonferenz hat am ........ beschlossen:

Die Leistungen liegen im Fach Deutsch über dem Regelstandard.

Ja                                                          Nein

____________________________

Unterschrift Klassenlehrer/in

*Erläuterung: Insbesondere bedeutet nicht, dass die Leistung in jeder (einzelnen) der genannten Fähigkeiten und Fertigkeiten über dem Regelstandard liegen muss. Es genügt, wenn sie dies in der Gesamtschau des jeweiligen Kompetenzbereichs tun

 

Anlage 2

_______________________

                                                                              

_______________________        ________                               ________

Name                                 Klasse/Lerngruppe                         Schuljahr

Mathematik Klasse 4

Die Leistungen liegen über dem Regelstandard, wenn die Schülerin oder der Schüler die Anforderungen des Kompetenzbereiches übertrifft.

Kompetenzbereich: Form und Veränderung

Anforderungen:

·       sich nach Plänen und Beschreibungen orientieren

·       Lagebeziehungen in der Ebene und im Raum erkennen, beschreiben, realisieren und verändern

·       Handlungen nach mündlichen, schriftlichen und zeichnerischen Vorgaben ausführen

·       arithmetische Vorstellungen mit Hilfe von geometrischen Mitteln veranschaulichen und begründen

·       Objekte aus der Umwelt beschreiben und nach ihren mathematischen Eigenschaften ordnen

·       Körper und ebene Figuren erkennen, benennen, beschreiben und darstellen

·       Beziehungen zwischen Körpern und ebenen Figuren beschreiben

·       verschobene und gedrehte Figuren erkennen, benennen, vervollständigen und herstellen

·       vergrößerte oder verkleinerte Figuren erkennen, benennen, vervollständigen und herstellen

·       maßstäbliche Zeichnungen lesen

·       Längen, Flächen, Körper bezüglich ihrer Abmessungen vergleichen

·       den Zusammenhang von Umfang und Flächeninhalt erkennen und beschreiben

Leistungen liegen über dem Regelstandard                JA                                NEIN

Kompetenzbereich: Zahlen und Operationen

Anforderungen:

·       die natürlichen Zahlen darstellen, lesen, schreiben, vergleichen, ordnen und runden

·       sicher in verschiedenen Schritten vor- und rückwärts zählen

·       Anzahl schätzen

·       natürliche Zahlen in unterschiedlichen Zahlensystemen darstellen

·       sicher mündlich und halbschriftlich rechnen und verfügen über die Grundaufgaben

·       die schriftlichen Verfahren der Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division ausführen und beschreiben

·       mehrere Rechenoperationen miteinander verknüpfen und in verschiedenen Situationen verwenden

·       Lösungen auf verschiedene Weise überprüfen

·       Sachprobleme in die Sprache der Mathematik übertragen und dabei Gleichungen bzw. Ungleichungen bilden und sachbezogen lösen

·       zu Gleichungen bzw. Ungleichungen Sachverhalte angeben

·       Zuordnungen in Sachsituationen erkennen und diese sprachlich sowie in Tabellen darstellen

·       einfache Sachsituationen zu proportionalen Zuordnungen untersuchen

Leistungen liegen über dem Regelstandard                      JA                         NEIN

Kompetenzbereich: Größen und Messen

Anforderungen:

·       für Einheiten einer Größe entsprechende Repräsentanten angeben

·       Größen schätzen, messen, vergleichen und ordnen

·       Daten zu Größen auf unterschiedlichen Art gewinnen, aufbereiten und Aussagen dazu treffen

·       verschiedene Sprech- und Schreibweisen von Größen verwenden

·       Größenangaben umwandeln

·       in Sachzusammenhängen Größen erkennen, die zur Problembearbeitung geeignet sind

·       zu Sachsituationen Fragestellungen entwickeln

·       Messinstrumente entsprechend der Fragestellung sinnvoll wählen

·       Überschlagsrechnungen ausführen

·       sinnvolle Genauigkeit bei der Angabe von Messwerten von Rechenergebnissen beachten

·       Mess- und Rechenergebnisse im Hinblick auf die Ausgangsfrage interpretieren und bewerten

·       Beziehungen zwischen auftretenden unterschiedlichen Größen erkennen und untersuchen

Leistungen liegen über dem Regelstandard                JA                                NEIN

Kompetenzbereich: Daten und Zufall

Anforderungen:

·       Methoden zur Datenerfassung auswählen

·       Daten erfassen, aufbereiten, darstellen, sachgerecht interpretieren und kritisch reflektieren

·       verschiedene Darstellungen, auch des gleichen Sachverhalts, miteinander vergleichen

·       einfache Zufallsexperimente planen, durchführen und dokumentieren

·       Versuchsreihen nutzen, um die Wahrscheinlichkeit von Ergebnissen einzuschätzen

·       Anordnungen nutzen, um die Wahrscheinlichkeit von Ergebnissen einzuschätzen

Leistungen liegen über dem Regelstandard                JA                                NEIN

Die Leistungen im Fach Mathematik liegen über dem Regelstandard, wenn dies für alle vier Kompetenzbereiche ausgewiesen ist.

Dabei können die Leistungen teilweise auch in anderen Fächern, in Projekten und fächerverbindenden Unterrichtsvorhaben erbracht worden sein.

Die Zeugniskonferenz hat am …….. beschlossen:

Die Leistungen liegen im Fach Mathematik über dem Regelstandard.

Ja                                           Nein

____________________________

Unterschrift Klassenlehrer/in

Anlage 3

Die Senatorin für Bildung,                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Freie
Wissenschaft und Gesundheit                                                                                                                                                                                                                                                              Hansestadt
                                                                                                                                                                                                                    Bremen

Protokollbogen

Wechsel von der Grundschule
     
in einen weiterführenden Bildungsgang
für
     
geboren am      
Schuljahr 20..…/20….
Klasse/Lerngruppe      

Der/die Erziehungsberechtigte(n) des oben genannten Kindes hat/haben am Beratungsgespräch teilgenommen.

Das Beratungsgespräch hat am _________________________________  stattgefunden.

________________________________________________________________________         ________________________

(Unterschrift Erziehungsberechtigte)                                                                                                                                                                                                                                                                           (Unterschrift Klassenlehrer/in)

 


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