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Differenzierung an Gesamtschulen im Lande Bremen1)

Vom 31. Juli 1984

1. Integration und Differenzierung

Die Gesamtschule ist ein integriertes und zugleich differenziertes System. Sie führt in ihren Klassen Schüler unterschiedlicher sozialer Erfahrungen und Lernvoraussetzungen zusammen. So vermittelt sie gemeinsame Lernerfahrungen. Auf die unterschiedlichen Lernbedürfnisse und Lernmöglichkeiten der Schüler geht sie durch differenzierende Maßnahmen ein.

2. Differenzierende Maßnahmen

2.1 

In den Fächern

-   Englisch und Mathematik ab Jahrgangsstufe 7,

-   Deutsch ab Jahrgangsstufe 8,

-   Physik und Chemie ab Jahrgangsstufe 9

wird eine äußere Leistungsdifferenzierung auf zwei Anspruchsebenen durchgeführt.

Zusätzlich kann in der zweiten Fremdsprache und in Biologie ab Jahrgangsstufe 9 eine äußere Leistungsdifferenzierung auf zwei Anspruchsebenen durchgeführt werden. In Englisch und Mathematik kann die obere Anspruchsebene ab Jahrgangsstufe 9 untergliedert werden.

Kurse der oberen Anspruchsebene werden mit dem Buchstaben „A“ gekennzeichnet, Kurse der unteren Anspruchsebene mit dem Buchstaben „B“.

2.2 

Der Wahlpflichtunterricht dient der Differenzierung nach Neigung. Er setzt mit der 7. Jahrgangsstufe ein und umfaßt mindestens vier Wochenstunden.

Folgende Fächer / Fachbereich werden angeboten:

-   Zweite Fremdsprache,

-   Naturwissenschaften,

-   Arbeit-Technik-Wirtschaft,

-   Kunst/Musik.

Weitere Fächer können angeboten werden.

Die Schüler können die Möglichkeit erhalten, nebeneinander zwei Fächer im Wahlpflichtbereich zu belegen.

Die zweite Fremdsprache wird mit vier Wochenstunden als vierjähriges Fach angeboten. Die anderen Wahlpflichtfächer können auch zweistündig und für mindestens ein Jahr angeboten werden. Nach Beginn der 9. Jahrgangsstufe können die Schüler die Wahlpflichtfächer nicht mehr wechseln.

2.3 

Die Schulen sind verpflichtet, bei der Planung und Durchführung des Unterrichts gleichrangig mit der Fachleistungsdifferenzierung und dem Wahlpflichtunterricht folgende Differenzierungsarten zu berücksichtigen:

-   Binnendifferenzierung in allen Lerngruppen,

-   gleitende Differenzierung vor allem in der Orientierungsstufe in Form einer Lerngruppenbildung auf Zeit,

-   Wahldifferenzierung in Form eines Angebotes von Wahlfächern in allen Jahrgangsstufen.

3. Schlußbestimmungen

...


1)   ausgenommen der Schulverbund Lesum.


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